Kurztrip nach Bad Königstein, nähe Dresden - Teil 1

Reisezeit: 06.03.2020 - 09.03.2020

In Dresden fand am 07. März ein sogenannter Mega-Marsch statt. Hierbei laufen die Teilnehmer (Teilnehmer ca. 3.500 an der Zahl) über eine Strecke von 50 km in einem Zeitfenster von 12 Stunden. Ein Freund von uns (mit Wohnmobil) hatte sich dort angemeldet und wir dachten, das wäre eine gute Gelegenheit, den TESLA zusammen mit Wohnwagen auf einer nicht ganz so weiten Strecke zu testen.

 

Am Freitag früh war die Fahrt mit unserem vollelektrischen Gespann geplant, der Wohnwagen angehängt und zur Messung des Verbrauchs der TRIP-Computer des TESLA (TRIP B) zurückgesetzt.


abetterrouteplanner.com

Am Abend vorher haben wir die Route mit dem Routenplaner von ABRP (https://abetterrouteplanner.com/) geplant und uns eine Übersicht über die Supercharger und Lademöglichkeiten abgespeichert. ABRP zeigt hierbei genau an, mit welcher Akkuladung man ungefähr am jeweiligen Ladepunkt ankommt. Dies erfolgt nach korrekter Einstellung des ca. Verbrauchs auch extrem genau.

Wir sind dabei erstmal von einem Verbrauch von ca. 35 kWh/100 km ausgegangen, was wir als Obergrenze für den Stromverbrauch ansehen. Zur Planung der Route mit ABRB folgt in Kürze dann noch ein eigener Blog-Beitrag.

Teslafi.com

Die ziemlich genauen Trip-Daten ermitteln wir über TESLAFI, ein Online-Dienst welcher die Fahrzeugdaten aufzeichnet und zur Auswertung bereitstellt.


Die Strecke mit dem zugehörigen Höhenprofil sieht wie folgt aus:

 

Die größten Steigungen sind bis Münchberg zu erwarten, ab dann geht mehr oder weniger mäßig bergab.

 

Die Route führt von Neumarkt i.d.Opf. an Nürnberg vorbei über die A9 mit dem ersten Ziel dem Supercharger Münchberg.

 

Das Teilstück geht über knapp 150km und wir starten die Reise mit 90% Akkuladung. Beim TESLA Model X mit dem 100kWh Akku lässt sich der Verbrauch immer schön umrechnen.

 

Dem Navigationssystem haben wir als Ziel direkt den Supercharger Münchberg eingetragen, da wir dort auf jeden Fall laden möchten. Bei unseren Reisen ist immer unser Hund dabei, somit sind Pausen alle ~2 Stunden sowieso nicht verkehrt und meistens verbinden wir diese mit einem Kaffee, etwas zu essen oder kurzem Einkaufen.

Am Start noch kurz ein paar Besorgungen getätigt und dann ging es direkt los.

 

Da es aktuell noch keine Wohnwagen-Spiegel passend für den Tesla gibt, mussten wir die Fahrt leider ohne breitere Spiegel antreten. Allerdings kann man beim Model X aufgrund der doch recht breiten Bauweise von (2.30m) fast komplett am Wohnwagen vorbeischauen.

Der erste Teil der Strecke bis nach der Abzweigung auf die A9, wurde schonmal mit ordentlichen 31.3kWh gefahren. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Autobahn betrug dabei zwischen 85 und 90 km/h gelegentlich auch per Abstandstempomat hinter einem Sattelzug LKW was das Fahren sehr komfortabel macht.

 

Der leichte Regen und die Steigungen erhöhen zwar den Verbrauch, aber beim Ziel am Supercharger Münchberg war glücklicherweise kein anderes Fahrzeug am Laden, somit konnten wir uns an den letzten Säulen quer hinstellen und den TESLA laden.

 

So hätten immer noch problemlos bis zu 4 Fahrzeuge Platz zum Laden gefunden und im Notfall, wenn es wirklich mehr Fahrzeuge geworden wären, hätten wir den Wohnwagen abgehängt und am direkt gegenüberliegenden Parkplatz (10 m) abgestellt. Dank Mover am Wohnwagen wäre das auch kein Problem.

Gut auf dem Bild zu sehen, die "digitale" Rückfahrkamera, welche wir auch in einem eigenen Blogeintrag behandeln werden.
(Vorab dazu: Sie wird wieder durch ein verkabeltes Modell ersetzt!)

Nachfolgend sieht man gefahrene Zeit, Kilometer, Durchschnittsverbrauch sowie die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke. Auch die Temperaturen an diesem Tag sind zu sehen. Die angegebenen Kosten würden am Supercharger anfallen, müsste man die Ladung bezahlen.

Der Ladevorgang dauerte 47 Minuten, dabei wurden 45 kWh geladen.

Der ca. Verbrauch belief sich auf 36 kWh/100 km wie man dem vorhergehenden Bild entnehmen kann.


Dann ging es weiter zum nächsten Supercharger in Nossen. Dort stehen auch 6 Ladeplätze zur Verfügung. Da wir uns die Supercharger vorab auf Google Maps angesehen haben, wussten wir bereits, das wir wenn möglich wieder quer stehend laden oder aber direkt daneben den Wohnwagen parkend laden können.

Die weitere Strecke geht mehr abwärts und verläuft an Zwickau vorbei nach Nossen zum Supercharger auf dem Grundstück einer Tankstelle.

 

Nossen liegt östlich von Dresden und leicht abseits der Strecke, was also einen kleinen Umweg von ein paar Minuten bedeutet.

 

TESLA hat die Supercharger-Standorte gut ausgewählt, diese befinden sich immer nähe der Autobahnen und sind auch immer sehr gut erreichbar.

Die Fahrt verläuft wieder ohne weitere Probleme immer weiter Richtung Dresden bzw. Nossen.

Knapp 2 Stunden fahrt über 167 km und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 km/h. Der kleine Ausrutscher mit 113 km/h kam über den Tempomat zustande, welcher mal eben beim Einschalten die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h eingestellt und das Fahrzeug trotz Wohnwagen mal eben sauber beschleunigt hat. Der Durchschnittsverbrauch, wohl auch bedingt durch mehr Gefälle, sank auf 33.4 kWh/100km.

Der Ladevorgang, übrigens optimal quer vor dem linken Supercharger, war wieder problemlos. Die Dauer von 49 Minuten nutzten wir für eine Runde mit dem Hund, einen Kaffee in der dort befindlichen Tankstelle und einem kurzen Plausch mit dem Fahrer des roten Tesla Model S. Kaum ist es wärmer, kommen hier immer nette Gespräche zustande und man tauscht sich über Erfahrungen usw. aus.

Das Fahren mit Wohnwagen am TESLA Model X interessiert dabei die Leute am meisten. Viele wissen es auch gar nicht, das das Model X eine Anhängerkupplung, sowie eine max. Anhängelast von 2.250 kg hat.


Ankommend am Stellplatz waren unsere Freunde mit Ihrem Wohmmobil bereits da. Der Campingplatz "Camping am Treidlerweg" (https://www.treidlercamping.de/) besteht aus mehreren Terassen-Plätzen sowie gepflasterten Stellplätzen.

Da schon schlechtes Wetter vorhergesagt war, haben wir uns für die gepflasterte Variante entschieden.


Die Gesamtübersicht der Fahrtstrecke und des Verbrauchs kann man der nebenstehenden Tabelle entnehmen.

 

D.h. es ergab sich ein durchschnittlicher Verbrauch 34.6 kWh je 100km. Für die Wetterverhältnisse mit Regen und einer durchschnittlichen Temperatur von nur 7°.

 

Reine Fahrzeit hatten wir 5 Stunden 18 Minuten und und eine gesamte Reisezeit von 7 Stunden 25 Minuten.

 

FAZIT:

Mit den aktuellen Fahrwerten aus Verbrauch und dem Supercharger Netzwerk von TESLA sind Reisen mit Wohnwagen auch bei kälteren Temperaturen und schlechterem Wetter für uns erstmal kein Problem. Wenn bereits der Weg das Ziel ist und man eh gerne entschleunigt, ist das Gespann aus Elektroauto und Wohnwagen ideal.

Informationen über die Rückfahrt, sowie das Laden vor Ort findet Ihr unter anderem im Teil 2.

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Kommentare: 1
  • #1

    Paddington (Sonntag, 26 April 2020 14:49)

    Kann ich genauso bestätigen, zwar nicht mit Wohnwagen, sondern mit einen ähnlich großem Tandemanhänger 2,5t auf 2,2 abgelastet. Meine „Heimat SuC“ Lauenau und Bispingen gehen da auch ohne abkoppeln, Braak ist eher schlecht und abkoppeln ist angesagt. Brinkum hat bisher immer geklappt und Seesen geht auch gut. Verbrauch im Winter so 360-370 im Sommer 320-340 bei 90-95 km/h. Ist halt ein stumpfer Koffer Wohnwagen ist ja dann noch ein wenig Windschnittiger.